Erste Halden („stockpiles“) mit Material aus den Schürfgräben („trenches“) auf dem genehmigten Pilotgelände.
Heute hat Tocvan Ventures Corp. die ersten Laborergebnisse aus 3 Schürfgräben („trenches“) veröffentlicht. Das Erz daraus liegt bereits auf Halde und ist für die Pilotmine bestimmt. Spitzenwert: 24,4 g/t Gold. Noch aussagekräftiger ist aber eine Zahl, die so nicht in der Pressemitteilung steht: Der nach Tonnage gewichtete Durchschnitt der Proben aus allen 3 Gräben, die zusammen rund 6.000 Tonnen umfassen. Und dieser übertrifft den Plan deutlich.
Gewichtet man die Probendurchschnitte nach der Tonnage der Halden, ergibt sich ein Durchschnitt von rund 2,1 g/t Gold. Tocvan weist darauf hin, dass einzelne Proben nicht zwingend den Durchschnittsgehalt des Haldenmaterials abbilden. Die Zahl ist also ein Anhaltspunkt, kein gemessener Haldengehalt. Sie liegt rund 70% über den 1,2 g/t Gold, mit denen Tocvan die Pilotmine kalkuliert hat (rückblickend eine vorsichtige Annahme).
- Selbst der schwächere Main-Zone-Graben T20 liegt mit 1,4 g/t Gold über dem Planwert, dazu kommen 17 g/t Silber.
- Ein echter Bonus ist die neue Zone im Osten zwischen der Main Zone und dem El Mezquite Trend. Graben T3 enthält zwar nur 0,8 g/t Gold, dazu aber 100 g/t Silber. Da Gold rund 75-mal so viel kostet wie Silber, sind diese 100 g/t Silber etwa so viel wert wie 1,3 g/t Gold. Zusammen ergibt das rund 2,1 g/t Gold-Äquivalent. T3 ist damit deutlich wertvoller, als der Goldgehalt allein vermuten lässt. Zugleich ist die Zone ein Hinweis, dass Gran Pilar mehr sein könnte als nur die Main Zone.
- Die Grabennummern sind vorab festgelegte Kennungen und nicht fortlaufend.
- Die Durchschnitte stammen aus 23 Proben mit zusammen 145,5 kg: Ein erster Fingerabdruck, den die weiteren Grabenergebnisse nun untermauern sollen. Analysiert hat das nach ISO/IEC 17025 akkreditierte Labor LTM in Hermosillo. Die technischen Angaben hat der Qualified Person Brodie A. Sutherland geprüft und freigegeben.
So sieht es auch das Management. CEO Christopher Gordon kommentierte in der heutigen News:
„Diese ersten Grabenergebnisse stützen unsere Gehaltserwartungen für die Pilotmine. Hochgradige Proben aus der Main Zone, darunter bis zu 24,4 g/t Gold in Graben 19, sowie die Entdeckung einer neuen mineralisierten Zone 1,3 km weiter östlich mit bedeutenden Silbergehalten unterstreichen das oberflächennahe Potenzial in ganz Gran Pilar. Mit rund 6.000 Tonnen auf Halde aus diesen Gräben und weiteren ausstehenden Grabenergebnissen gewinnen wir an Schwung auf dem Weg zum geplanten 2026-Pilotbetrieb.“
(Deutsche Übersetzung)
Eigene Rechnung: Was 50.000 Tonnen bringen können
Die Pilotgenehmigung erlaubt 50.000 Tonnen Haufenlaugung. Tocvan plant mit 1,2 g/t Durchschnittsgehalt und 70% Gewinnungsrate. Wir haben 4 Szenarien durchgerechnet, mit einem Goldpreis von 4.000 USD je Unze und 53 USD je Unze Silber.
- Dazu kommt Silber. Frühere Ergebnisse aus der Main Zone zeigen ein Silber-Gold-Ratio von etwa 5 zu 1. Bei einem Goldgehalt von 1,2 g/t entspräche das rund 6 g/t Silber. Bei 55% Gewinnungsrate (Ausbeute) wären das für die 50.000 Tonnen rund 5.000 Unzen Silber oder etwa 0,27 Mio. USD zusätzlicher Bruttowert obendrauf.
- Und das Potenzial nach oben ist greifbar: Läge die gesamte Pilotmenge beim Durchschnitt der ersten Grabenproben von rund 2,1 g/t, wären es rechnerisch gut 2.500 Unzen Gold und rund 10 Mio. USD Bruttowert. Ob sich dieser Gehalt über alle 50.000 Tonnen hält, zeigen die nächsten Gräben.
- Es handelt sich um Bruttowerte vor Kosten, Lizenzgebühren und Steuern; ein Laugungszyklus dauert 60-90 Tage.
Für Aktionäre liegt der grösste Wert der Pilotmine aber ohnehin woanders: Sie liefert echte Betriebsdaten, erste Einnahmen und den Beweis, dass das Verfahren bei Gran Pilar auch ausserhalb des Labors funktioniert. Genau diese Daten braucht eine spätere Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA). Und mit dem ersten Gold wird Tocvan vom reinen Explorer zum Produzenten: Ein Schritt, den der Markt bei Junior-Unternehmen genau beobachtet.
Warum Haufenlaugung auch mit wenig Gold profitabel ist
Haufenlaugung ist im Kern simpel. Das Erz wird gebrochen, auf einer abgedichteten Folie zu einem 4-6 Meter hohen Haufen geschüttet und über Tropfschläuche mit einer stark verdünnten Zyanidlösung berieselt. Die Lösung sickert durch, löst das Gold und läuft unten ab. Aktivkohle fängt das Gold auf, am Ende wird es zu Doré-Barren gegossen.
Der Trick liegt in dem, was dabei fehlt: Keine Mühle, die das Gestein zu Mehl mahlt, keine riesigen Rührtanks, kaum Energie. Gerade das Mahlen ist in klassischen Anlagen der grösste Kostenblock. Deshalb betragen die Produktionskosten für eine Tonne Erz mit der Haufenlaugung nur einen Bruchteil und schon wenige Zehntelgramm Gold pro Tonne können sich lohnen.
Ein Beispiel aus der Nachbarschaft macht das greifbar: Minera Alamos rechnete für seine Santana Mine mit rund 2,30 USD Abbau-, 4,00 USD Laugungs- und 0,50 USD Verwaltungskosten je Tonne (Quelle): Zusammen keine 7 USD/Tonne. Bei 4.000 USD je Unze ist ein Gramm Gold rund 129 USD wert. Selbst 0,65 g/t bei 75% Ausbeute bringen damit gut 60 USD/Tonne. Die 1,2 g/t, die Tocvan für den Pilot plant, wären bei 70% Ausbeute ca. 108 USD/Tonne vor Kosten, die im kleinen Pilotmaßstab allerdings etwas höher liegen als in einer Grossmine.
3 Voraussetzungen müssen stimmen und Gran Pilar erfüllt sie:
- Oxidiertes Erz: Verwitterung hat das Gestein aufgelockert, die Lösung kommt ans Gold heran. In Gran Pilar liegt solches Erz direkt an der Oberfläche.
- Geringer Abraum: Wenig taubes (nicht mineralisiertes) Gestein muss bewegt werden, bevor das Erz kommt; das hält die Tagebaukosten niedrig.
- Trockenes Klima: Wenig Regen heisst wenig Verdünnung der Lösung, die im geschlossenen Kreislauf bleibt.
Der Preis dafür ist eine etwas geringere Ausbeute als in einer Mühle, typisch sind 60-85%. Tocvans Säulentests vom September mit rund 82% liegen am oberen Ende.
Wie Gran Pilar im Vergleich zu Sonoras Minen dasteht
Beim Gehalt muss sich Gran Pilar vor den grossen Nachbarn nicht verstecken:
- Fresnillo meldete für La Herradura (einer der grössten Goldminen Mexikos) Reserven mit nur 0,83 g/t Gold. Gran Pilar plant mit gut dem Anderthalbfachen.
- Am ehesten mit Tocvan vergleichbar ist Santana: Minera Alamos meldete 2023 eine Ressource von 0,65 g/t, gut halb so viel wie Tocvans Planwert.
Fazit
Die Zahlen geben Gordon recht. Schon ein Achtel der genehmigten 50.000 Tonnen liegt auf Halde und die ersten Proben deuten auf Gehalte deutlich über Plan hin.
Laugungspad, Anlage und Metallurgie sind weit fortgeschritten, der Schritt zur ersten Produktion ist greifbar nah. Laut Plan soll der erste Doré-Guss Ende 2026 erfolgen.
Für Aktionäre stehen damit gleich mehrere mögliche Impulse an: Weitere Grabenergebnisse, der Start der Laugung, der erste Doré-Guss und die angekündigte erste Ressourcenschätzung. Parallel liefert das laufende Bohrprogramm neue Ergebnisse. Sie sollen zeigen, wie gross Gran Pilar wirklich ist und wie viel Wachstumspotenzial in dem mehr als 22 km² grossen Projekt steckt.
Unternehmensdetails
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ISIN: CA88900N1050
Aktien im Markt: 79.552.014
Kanada Symbol (CSE): TOC
Aktueller Kurs: 0,65 CAD (28.10.2026)
Marktkapitalisierung: 52 Mio. CAD
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Aktueller Kurs: 0,415 EUR (28.10.2026)
Marktkapitalisierung: 33 Mio. EUR
Stephan Bogner
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Stephan Bogner (Dipl. Kfm., FH)
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Zukunftsgerichtete Aussagen umfassen unter anderem Aussagen, Erwartungen und Annahmen in Bezug auf: Die Interpretation der Ergebnisse aus den ersten drei Schürfgräben bei Gran Pilar und deren Aussagekraft für den Gehalt des Erzes der Pilotmine; den vom Autor berechneten, nach Tonnage gewichteten Durchschnittsgehalt von rund 2,1 g/t Gold für die rund 6.000 Tonnen auf Halde; die Einstufung von Halde 1 als hochgradiges Material durch das Feldteam des Unternehmens; die vom Autor erstellten Szenarien zu Gehalt, Ausbeute, gewinnbarer Gold- und Silbermenge und Bruttowert der 50.000-Tonnen-Pilotmine; die Übertragbarkeit der Ergebnisse von Säulentests auf den Laugungsbetrieb im Haufen; das Potenzial der neuen Zone rund 1,3 km östlich des Pilotgebiets sowie weiterer Zonen wie El Mezquite, zusätzliche Mineralisierung oder Mineralressourcen zu beherbergen; die Einordnung der Gehalte von Gran Pilar im Vergleich zu den Gehalten und Ausbeuten aktiver Haufenlaugungsminen in Sonora; die Bedeutung noch ausstehender Graben- und Bohrergebnisse; die Fertigstellung der Pilotanlage, den Beginn der Laugung sowie den geplanten ersten Doré-Guss Ende 2026; den Zeitplan für eine erste Mineralressourcenschätzung und eine vorläufige Wirtschaftlichkeitsbewertung (PEA); sowie mögliche Auswirkungen dieser Ereignisse auf die Kursentwicklung der Aktie von Tocvan Ventures Corp. Die genannten Grabenergebnisse beruhen auf einer begrenzten Zahl von Proben (23 Proben mit zusammen rund 146 kg) und sind nicht zwingend repräsentativ für das gesamte Material auf Halde oder für das übrige Erz der Pilotmine. Einzelne hohe Werte können Durchschnittsgehalte stark beeinflussen. Es kann nicht zugesichert werden, dass noch ausstehende oder zukünftige Graben-, Proben- oder Bohrergebnisse ähnliche Gehalte aufweisen oder die bisherigen geologischen Interpretationen bestätigen. Die im Bericht dargestellten Berechnungen sind vereinfachte, eigene Schätzungen des Autors und keine Prognosen des Unternehmens. Sie beruhen auf angenommenen Metallpreisen von 4.000 USD je Unze Gold und 53 USD je Unze Silber sowie auf angenommenen Gehalten und Ausbeuten. Sie stellen Bruttowerte vor Abbau-, Verarbeitungs-, Transport-, Raffinations- und Verwaltungskosten, Lizenzgebühren und Steuern dar und sind kein Hinweis auf Gewinne oder Cashflows. Gold- und Silberpreise unterliegen erheblichen Schwankungen. Tatsächliche Gehalte, Tonnagen und Ausbeuten können wesentlich niedriger ausfallen; Ergebnisse metallurgischer Labortests wie Säulentests lassen sich nicht zwangsläufig auf den Betrieb im größeren Maßstab übertragen, und ein Teil des Metalls kann erst nach längerer Laugungsdauer oder gar nicht gewonnen werden. Für Gran Pilar liegen derzeit keine Mineralressourcenschätzungen und keine Mineralreserven vor. Die Entscheidung für einen Pilotbetrieb beruht nicht auf einer Machbarkeitsstudie, was mit erhöhten technischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten verbunden ist. Explorationserfolge lassen sich nicht zwangsläufig in Mineralressourcen, Mineralreserven oder einen wirtschaftlich abbaubaren Betrieb überführen. Vergleiche mit Gehalten, Ausbeuten, Kostenannahmen oder Produktionszahlen anderer Minen in Sonora, darunter La Herradura, La Yaqui Grande und Santana, beruhen auf öffentlichen Angaben der jeweiligen Betreiber, wurden vom Autor nicht unabhängig geprüft, dienen lediglich der Einordnung und erlauben keine Rückschlüsse auf die Wirtschaftlichkeit von Gran Pilar. Diese Minen unterscheiden sich in Größe, Geologie, Kostenstruktur und Entwicklungsstand erheblich von Gran Pilar. Aussagen über die Pilotanlage und eine mögliche Pilotproduktion sind ebenfalls zukunftsgerichtet. Es kann nicht zugesichert werden, dass die Pilotanlage nach dem derzeitigen Zeitplan fertiggestellt oder in Betrieb genommen wird, dass ein erster Doré-Guss wie geplant erfolgt oder dass Wetterereignisse, technische Probleme, Genehmigungsfragen, Kostensteigerungen, Finanzierungsbedarf, die Vermarktung des Doré oder andere Faktoren keine Auswirkungen auf den Zeitplan haben werden. 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